Was Selbstliebe wirklich bedeutet – und wie du Pleasure von innen findest

Selbstliebe? Wirklich jetzt? Ja, ich weiß. Wir haben es tausendmal gehört: Selbstliebe ist der Schlüssel zum Glück. Zu besseren Beziehungen. Zu mehr Lust. Sie begegnet uns überall. In sozialen Medien, Podcasts und Büchern. Fast schon wie ein Werbespruch: Lieb dich einfach selbst, dann wird alles gut.
Aber mal ehrlich: Das ist Bullshit. So einfach ist es nicht. Und leicht schon gar nicht. Selbstliebe ist kein Schalter, den du umlegst, damit sich deine Probleme lösen. Mich hat das Thema jahrelang wahnsinnig genervt. Nicht, weil ich nicht daran geglaubt hätte. Sondern weil es verdammt schwer ist.
Bis ich verstanden habe, worum es bei Selbstliebe eigentlich geht.
Wie wir den Kontakt zu uns selbst verlieren
Wir alle möchten dazugehören, geliebt werden und uns sicher fühlen. Um diese Bedürfnisse zu erfüllen, verstecken oder verleugnen wir oft die Seiten in uns, die für andere nicht akzeptabel erscheinen. Oder für die Gesellschaft, in der wir leben. Mit der Zeit verlieren wir dadurch den Kontakt zu uns selbst.
Und genau da wird es widersprüchlich: Wie sollen wir uns lieben, wenn wir uns gar nicht mehr kennen? Wenn wir uns nicht erlauben, wir selbst zu sein? Wenn wir innerlich so weit von uns weg sind?
Der Schlüssel zur Selbstliebe liegt für mich darin, wieder echt zu sein. In der Verbindung zu dem Menschen, der du in der Tiefe bist. Nicht zu der Version, die du aus Erwartungen und dem Wunsch nach Zugehörigkeit geformt hast.
Authentizität heißt, einen Ort in dir zu finden, an dem du Halt spürst. Wo das ständige Zweifeln leiser wird und du bei dir ankommst. Etwas Ruhiges, Sattes. Du bewohnst deinen Körper. Fühlst dich zu Hause. Und spürst Pleasure, die von innen kommt.
Wenn wir wieder mit uns verbunden sind, kann Selbstliebe ganz von selbst entstehen.
Wer ist eigentlich dieses Selbst, das wir so dringend lieben wollen?
Unser Selbst entsteht auch durch die Entscheidungen, die wir treffen. Durch die Verantwortung, die wir für unser Leben übernehmen. Und dadurch, wie wir unsere Freiheit nutzen, trotz der Grenzen, die uns gesetzt sind. Wir gestalten uns fortwährend. Durch die Art, wie wir in der Welt sind.
Und trotzdem ist da für mich noch mehr.
Wenn wir all die Erwartungen, Ängste und Zweifel ablegen: Was bleibt dann? Für mich liegt im Kern unseres Seins Liebe.
Ja, meine Liebe. Du bist Liebe.
Keine bloße Idee davon. Keine Liebe, die du erst verdienen musst, indem du besser oder akzeptabler wirst. Sondern eine Liebe, die schon da ist und die du spüren kannst, wenn du wieder mit dir verbunden bist.
Wie kommst du wieder mit dir in Kontakt?
Es beginnt damit, loszulassen, was nie wirklich zu dir gehört hat. Erwartungen. Masken. Geschichten über dich, die du irgendwann geglaubt hast.
Ich weiß: Das klingt einfacher, als es ist. Schließlich wurdest du vielleicht jahrelang dafür belohnt, diese Masken zu tragen. Auch von deinem Chef. Es braucht Übung, Geduld und den Wunsch, wirklich hinzuschauen. Unterstützung kann dabei viel verändern.
Wenn wir die Schichten nach und nach ablegen, stoßen wir manchmal auf etwas Überraschendes. Etwas, das auch im Buddhismus eine Rolle spielt: Leere.
Damit meine ich keinen Mangel. Kein trostloses Loch. Ich meine den Raum, der entsteht, wenn du Vorstellungen über dich loslässt, die dich festgehalten haben. Eine Freiheit, in der vieles möglich wird. Im Nichts liegt plötzlich eine ganze Menge.
Ja, diesem offenen Raum zu begegnen kann Angst machen. Und zugleich liegen darin Schönheit, Freiheit und eine erstaunlich tiefe Lust. Hier kann Selbstliebe von selbst auftauchen.
Selbstliebe ist keine weitere To-do-Liste. Keine Sammlung von Affirmationen. Auch keine besonders gelungene Selbstfürsorge-Routine. Sie ist eine Art, da zu sein. Die Erfahrung, dass die Liebe, nach der du im Außen gesucht hast – bei anderen Menschen, in Erfolgen oder in Anerkennung –, längst auch in dir vorhanden ist.
Pleasure von innen
Darauf läuft es für mich hinaus: Wenn du wieder mit dir selbst verbunden bist, kann etwas geschehen, das sich beinahe magisch anfühlt. Liebe wird zu einem Zustand, in dem du sein kannst. Und mit ihr kommt Pleasure von innen. Eine tiefe Freude, die du in deinem Körper, deinem Denken und deinem ganzen Sein spürst.
Diese Pleasure hängt nicht an einem flüchtigen Moment oder daran, dass jemand dich gut findet. Sie entsteht, wenn du ganz bei dir bist. Ohne ständig mehr sein, mehr tun oder mehr beweisen zu müssen.
Lass das kurz ankommen. Du musst dafür nichts leisten.
Ist das nicht befreiend?
Bei dir selbst zu Hause sein
Selbstliebe hat für mich etwas von Heimkommen. Du darfst dich darin ausruhen, wer du schon bist.
Sie bedeutet, das Eigene in dir zu erkennen: Liebe. So schlicht, dass du mir vermutlich nicht glaubst, oder? Dein Ego ruft sofort dazwischen: „Ja, aber mein Bauch ist zu dick.“
Wenn du dieser Stimme nicht automatisch glaubst, kannst du wieder bei dir ankommen. Und dann liebst du dich nicht nur. Du erlebst dich als Liebe. Von dort aus kann sie nach außen wirken. In deinen Beziehungen. In den Begegnungen und Erfahrungen, die dein Leben ausmachen.
Bleib dir treu. Bleib mutig. Bleib du.
Ganz viel Liebe & Pleasure aus dem Allgäu,
Mia O
